Osterwasser oder Plapperwasser

Ein schöner Brauch aus der Lausitz/Oberlausitz zur Osterzeit.

Vor Sonnenaufgang am Ostersonntag gehen die Mädchen zu einer Quelle oder einem Bach reines Wassers, um das Osterwasser zu holen. Das Osterwasser soll Heilenende Wirkung besitzen. Zur Ahnenzeit tat man das Vieh und den Boden besprenkeln, denn es sollte für gesundes Vieh und reiche Ernte sorgen. So wäscht man sich oder trinkt ein Schluck, damit man das ganze Jahr vom Guten gesegnet ist. Besonders die Mädchen tun diesem Brauch gerne folgen, denn soll doch das Osterwasser ihnen das ganze Jahr über Schönheit verleihen. Jedoch verlangt der Brauch auch, dass die Mädchen auf den Weg zur Quelle und auf dem Rückweg schweigen müssen. Wird das Schweigen gebrochen, verliert das Wasser an seiner Wirkung. So ist es, dass die Burschen die Mädchen auf dem Weg zum Sprechen bewegen. Mit Erschrecken und Scherzen wollen sie den Mädchen die Wörter entlocken. Haben sie Erfolg, wird aus dem Osterwasser, das Plapperwasser. Daher erzählt der Brauch auch, dass das Mädchen, welche das Schweigen gebrochen hat, das ganze Jahr über, wie ein Wasserquelle plappert (plaudert).

Wasserquelle

© Text und Bild von Anita Heiden

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